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Unternehmensnachfolge.

Die entscheidenden Punkte für eine gelungene Betriebsübergabe.

UnternehmensnachfolgeJedes Jahr werden in Deutschland rd. 70.000 Unternehmensnachfolgen durchgeführt. Alleine bei den mittelständischen Familienunternehmen, die vor allem für unsere Region von Bedeutung sind, beläuft sich die Zahl auf über 21.000. Die Nachfolgefrage ergibt sich meistens aus Altersgründen (86%), aber auch aus gesundheitlichen Gründen (4%) oder bei Tod des Unternehmers (10%). Nicht nur der Unternehmer, seine Familie und der Nachfolger sind hiervon betroffen, auch etwa 290.000 Arbeitnehmer mit ihren Arbeitsplätzen sind direkt von der Unternehmensnachfolge im Mittelstand erfasst. Dramatische Folgen hat dies bei rd. 8% der Betriebe (1.800 Unternehmen). Hier wird kein geeigneter Nachfolger gefunden, so dass es zu einer Betriebsschließung kommt. Es handelt sich dabei um wirtschaftlich lebens- und wettbewerbsfähige Unternehmen.

Übertragen oder verkaufen.

Die Unternehmensnachfolge kann sich in unterschiedlichen Wegen vollziehen. Über 44% der Unternehmen werden innerhalb der Familie übertragen, so dass die Tradition und die Unternehmensidee des Gründers („Lebenswerk“) weitergegeben werden kann. Allerdings garantiert dieser Weg nicht immer den entsprechenden Erfolg. Das Beispiel von Fischer Dübel vom April diesen Jahres zeigt dies besonders drastisch. (Zur Erinnerung: Der Vater Klaus Fischer übernahm erneut die Leitung des Unternehmens, nachdem er diese bereits an seinen Sohn abgegeben hatte.) Aber auch der Verkauf des Unternehmens an fremde Unternehmer (über 21%) ist ein legitimes, oft erfolgreiches Mittel der Unternehmensübergabe. Ein immer beliebterer Weg ist die Übertragung des Betriebs auf Mitarbeiter. In der Literatur meist als MBO (Management- Buy-out) bezeichnet, wenn das bisherige Management bzw. die Betriebsleitung das Unternehmen erwirbt.

Geplante Maßnahme oder Typus Notfall.

Zwei Grundtypen der Unternehmensnachfolge sind im Besonderen bei Familienunternehmen zu unterscheiden. Zum einen die Unternehmensnachfolge im Notfall (plötzlicher Tod oder Geschäftsunfähigkeit des Unternehmers) und zum andern die geplante Unternehmensnachfolge. Nicht nur in der Literatur, sondern auch von vielen Beratern wurde und wird immer noch keine klare Trennung zwischen beiden Grundtypen vorgenommen. Meist wird nur die geplante Unternehmensnachfolge angesprochen. Die Interessen, Sachverhalte und die zu gestaltenden Rechtsfolgen sind bei einem plötzlichen und unerwartet aus dem Leben gerissenen oder durch eine plötzliche Krankheit geschäftsunfähig geworden Unternehmer nicht vergleichbar mit den Gestaltungsaufgaben bei einem Familienunternehmer, der sich altersbedingt zurückziehen will - z. B. im Wege der vorweggenommenen Erbfolge oder auch testamentarisch. Das Beispiel des Offenburger Bonbonproduzenten Axel Müller- Vivil zeigt, dass der „Notfall“ schneller eintreten kann als erwartet.

Treffen Sie Vorbereitungen für den Notfall.

Wichtigster Baustein einer Unternehmensnachfolge im Notfall sind Vollmachten. Diese sollten immer notariell beurkundet werden. Neben vorsorgenden Vollmachten und Generalvollmachten sollte auch immer an Funktionsprokuren gedacht werden, die zu allen Geschäften berechtigen. Schlussendlich muss der Unternehmer auch an das Unternehmertestament denken. Hier sind neben dem Vorsorgegedanken für die Hinterbliebenen vor allem die erbrechtlichen und steuerrechtlichen Konsequenzen zu beachten. Vielen von uns wird der Fall Thurn und Taxis noch in „guter“ Erinnerung sein (Millionen Steuerzahlungen).

Die geplante Nachfolge und deren wichtigste Kriterien.

Auch bei der geplanten Unternehmensnachfolge gibt es genug Haken und Ösen, die der Unternehmer am besten mit einem kompetenten Berater besprechen sollte. Dabei kristallisieren sich zwei Hauptprobleme heraus.

Zum Ersten ist die Zeit als Problemfaktor zu nennen. Denn eine geordnete und erfolgreiche Übergabe braucht Zeit, unabhängig davon, ob ein Nachfolger aus der Familie stammt oder ein Externer zur Verfügung steht. Experten rechnen mit einem Übergabezeitraum von mindestens drei bis fünf Jahren. Viele Unternehmer fühlen sich jedoch unentbehrlich und halten erst mit 60+ nach einem geeigneten Nachfolger Ausschau. Ein so später Zeitpunkt erschwert allerdings die erfolgreiche Suche; oft „rennt“ dem Unternehmer dann „die Zeit davon“. Frühzeitige Regelungen – einschließlich für den Notfall – verbessern darüber hinaus das qualitative Rating, das von den Banken und Sparkassen für eine Kreditvergabe zugrunde gelegt wird.

Zum Zweiten können sich in der Person des Nachfolgers Probleme ergeben. Die Nachfolger müssen die persönlichen, unternehmerischen und fachlichen Anforderungen in jedem Fall erfüllen. Ein Nachfolger, der sich allein aus Traditionsbewusstsein für die Karriere im Familienbetrieb entscheidet, hat schlechte Karten (sogenannte Traditionsfalle). Auch die Tatsache, künftiger Erbe des Betriebs zu sein, qualifiziert nicht automatisch für die Unternehmensnachfolge. Ein ausreichendes Know-how ist hier besonders wichtig.

 

Resümee

Resümee Der kompetente Steuer-berater ist ein unverzicht- barer Eckpfeiler in der Unternehmensnachfolgeberatung. Neben den rechtlichen, vertraglichen und wirtschaftlichen Kenntnissen kann er als außenstehende Person auch moderierend und aus- gleichend auf die betroffenen Parteien Einfluss nehmen und für alle Beteiligten eine faire Lösung erzielen.

 Wüstenhöfer TorstenTorsten Wüstenhöfer 
Dipl.-Volkswirt
Steuerberater
Telefon: 07821-9183-143
 

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